Liebe Bürger,
die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Schwerin gerieten zum Sinnbild für den heutigen Zustand der politischen Klasse. Während die Bürger den glücklichsten Moment der jüngeren deutschen Geschichte feierten, war in der herrschenden Klasse wenig Begeisterung zu spüren. Deutsche Farben waren kaum zu sehen und die Bürger-Helden von damals nicht zu hören. Stattdessen hielt der Kanzler eine blutleere Rede, in der er noch dazu ein Drittel der Ost-Wähler zu Radikalen abstempelte.
Es passt ins Bild. Sie preisen die Einheit von Ost und West und treiben gleichzeitig einen immer tieferen Keil in die Gesellschaft. Sie loben den Mut der Ostdeutschen von 1989 und diffamieren die Andersdenkenden von heute, die sich den offenen und kritischen Geist aus der Zeit der friedlichen Revolution zurückwünschen. 35 Jahre nach dem Mauerfall soll sich der Ossi fügen. Er soll dankbar sein, brav ARD und ZDF gucken, sein Kreuz bei den „richtigen“ Parteien machen und gefälligst nicht aufmucken. Als Belohnung dafür darf er sich dann einmal im Jahr, zum 3. Oktober, offiziell beklatschen lassen.
Es ist offensichtlich, Demokratie ist für viele Politiker nur eine feine Sache, solange das Ergebnis stimmt. Man muss sich nur die Konstituierung des thüringischen Landtags anschauen. Jeder, der sich den Vorgang im ungeschnittenen Original ansieht, erkennt, dass der Alterspräsident aggressiv von CDU und Co. („Machtergreifung“) bedrängt wurde, um die Abkehr von jahrzehntelanger Geschäftsordnungspraxis zu erzwingen. Und was wurde medial daraus gestrickt? Wieder ein Münchhausen-Märchen nach Correctiv-Methode. Dem gelernten DDR-Bürger kommt das alles irgendwie bekannt vor. Herrschende Politik Hand in Hand mit großen Teilen der Medien. Die Torwächter halten die Stellung gegen die renitenten Bürger. Noch.
Wir müssen „renitent“ bleiben. Gerade uns Ossis irritiert es nämlich zurecht, wenn der Staat einen Teil seiner Bürger unter Generalverdacht stellt und ausgrenzt, wenn mit Berufsverboten und der Vernichtung der sozialen Existenz gedroht wird, wenn Medien die Regierung preisen und die Opposition diffamieren, wenn Wahlergebnisse ignoriert und Allparteienblöcke gebildet werden, wenn die Kinder schon in der Schule indoktriniert werden, wenn „falsche“ Meinungen und Zeitschriften kriminalisiert werden, wenn „falsche“ Parteien verboten werden sollen.
Kennen wir alles, wollen wir aber nicht mehr! Nie mehr. Und genau das ist der entscheidende Grund, warum die AfD im Osten so viel stärker ist. Es ist unsere einschneidende Erfahrung der Unfreiheit unter der SED-Knute. Und es ist unsere Erfahrung, dass man sich die Freiheit erkämpfen kann. Und dieses höchste Gut werden wir uns auch nie wieder nehmen lassen.
Der Osten ist heute wieder der Schlüssel. Wie schon 1989 haben wir eine Aufgabe für ganz Deutschland. Wir müssen den Mehltau der Unfreiheit lüften, der sich immer gefährlicher über unser Land legt. Und dazu heißt es, auch den Westen wachzurütteln und mitzureißen. Viele Menschen dort können angesichts der fehlenden Diktatur-Erfahrung noch nicht erkennen, was passieren kann, wenn man die Dinge geschehen lässt.
Wir im Osten haben es in der Hand. Vereint mit immer mehr Bürgern auch im Westen werden wir den Geist von 1989 wieder durch ganz Deutschland wehen lassen. Denn dieser Geist hat unserem Land damals gutgetan, und er wird es auch heute. Lasst uns mündige Bürger in einem geeinten und freiheitlichen Deutschland sein.