Liebe Bürger, die Vernunft im Land hat obsiegt, vorerst. Frauke Brosius-Gersdorf ist nicht zur Verfassungsrichterin gewählt worden. Dank vieler entsetzter Bürger, die Druck machten, dank der freien Medien, die hart nachfragten, dank der bürgerlich-konservativen Opposition im Bundestag.

Der Freitag war ein guter Tag für Deutschland: Weil das Bundesverfassungsgericht vor Schaden bewahrt wurde; weil sich die kritische Öffentlichkeit ihrer Stärke bewusst werden konnte; weil die Union erneut offenbarte, dass sie nur noch dem linken Mainstream hinterherhechelt.

Die Wahl der ultralinken SPD-Kandidatin hätte die Glaubwürdigkeit des höchsten Gerichts schwer erschüttern können. Gerade angesichts der Position von Frauke Brosius-Gersdorf, dass die Menschenwürde (Art. 1 Grundgesetz) für ungeborenes Leben nicht gelte. Dies in Recht(sprechung) gegossen, könnte Abtreibungen bis zur Geburt ermöglichen. Ein Gruselstück, vor dem Kirchen und Lebensschützer zurecht Alarm schlagen.

Wie kann man Kandidaten mit solchen erschreckenden Ansichten ins Rennen schicken? Das sagt zuallererst viel aus über die dem gesunden Menschenverstand entrückte SPD, die dem Verfassungsgericht damit ihre eigenen verqueren politischen Wünsche aufdrücken wollte. Wo ist eigentlich der Unterschied zur Besetzung der Gerichte in anderen Ländern, wo immer lautstark politische Schlagseite kritisiert wird?

Es sagt aber auch viel über die Union, die diesen indiskutablen Vorschlag zunächst völlig rückgratlos durchgewunken hatte. Erst durch den Druck der Öffentlichkeit bekam man kalte Füße. Der ganze peinliche Vorgang zeigt die Hilf- und Charakterlosigkeit der Union, die sich etikettenschwindelnderweise immer noch als konservativ und christlich bezeichnet. In Wahrheit bildet sie nur noch das willfährige Machtvehikel für den linksgrünen Block.

Wie in einem Brennglas offenbarte sich das in der Kanzlerbefragung. Auf die Nachfrage von Beatrix von Storch, ob Merz es mit seinem Gewissen vereinbaren könne, eine Frau zur Verfassungsrichterin zu wählen, die ungeborenen Kindern keine Menschenwürde zuspricht, lautete die erhellende Antwort: „Ja.“ Danach schwante es selbst den Kirchen, dass bei der Union Hopfen und Malz verloren ist. Das „C“ im Namen von CDU und CSU ist nur noch Fassade. Ein weiterer Sargnagel für die entkernte Partei.

„Links ist vorbei“, sagte Friedrich Merz im Wahlkampf. Ich fürchte, wir alle haben ihn da falsch verstanden. Jetzt kommt offensichtlich extrem links. Der Spuk um die Verfassungsrichter ist jedenfalls nicht vorbei. Die Kandidatin macht weiter, was ich bezeichnend finde. Würde Frau Brosius-Gersdorf das Verfassungsgericht wirklich am Herzen liegen, hätte sie spätestens jetzt ihre Kandidatur zurückgezogen.

Schon meldet sich Alexander Dobrindt, der mit den Linken sprechen möchte. Na klar. Es soll wohl auch Gespräche mit Brosius-Gersdorf in der Unionsfraktion geben, als gäbe es Unklarheiten über ihre dezidierten Ansichten. Wieder wird man den kleinen SPD-Schwanz mit dem Hund wedeln lassen.

Die ganze Geschichte ist ein Lehrstück für alle, die endlich vernünftige Politik wollen. Die Union ist nicht reformierbar, sie ist nicht mehr auf ihren früheren Weg zurückzubringen. Es braucht aber dringend eine mutige Kraft, die klare bürgerlich-konservative Kante zeigt. Die AfD bietet die authentische und konsequente Alternative zum linken Einheitsbrei, der heute tief in CDU und CSU hineinragt. Wer den Durchmarsch der linksgrünen Gesellschaftszerstörer durch alle Institutionen – inklusive Karlsruhe – verhindern will, hat eine Option.