Liebe Bürger, Deutschland hat einen neuen Gedenktag. Erstmals begehen wir den Veteranentag.
Viel zu lange hat es gedauert, bis die Politik sich dazu hat durchringen können. Und das ist ein eindrücklicher Beleg dafür, wie gleichgültig, ja teils sogar schäbig, bisher mit unseren Soldaten umgegangen wurde. Also mit denjenigen, die gegebenenfalls ihr eigenes Leben für das Vaterland riskieren. Die ohne Murren da hingehen, wohin sie geschickt werden, und sei die Mission auch noch so sinnlos.
In die entlegensten Winkel der Welt mussten sie schon ausrücken. Selbst am Hindukusch sollte Deutschland verteidigt werden. Das Ende ist bekannt: 59 Soldaten verloren ihr Leben, viele erlitten Verletzungen an Körper und Seele. Und das alles bei einer von vornherein zum Scheitern verurteilten Mission.
Viel zu leichtfertig werden Auslandseinsätze beschlossen, und oft fragt man sich wofür? Aber der Soldat hat nicht zu fragen, er folgt dem Befehl. Gedankt wird es ihm kaum. Wenn wir sehen, wie mit Geschädigten der Kriege umgegangen wird, wie sie zuhause auch noch um die Anerkennung ihrer Leiden kämpfen müssen, dann ist das mehr als traurig. Es ist beschämend. Ändert der Veteranentag etwas? Ich hoffe es. Denn unsere Soldaten setzen wirklich alles ein, um unser Land im Ernstfall zu verteidigen. Und das verpflichtet uns alle zu großem Dank.
Wenn Ehre und Wertschätzung ausbleiben, wer soll in Zukunft noch für unsere Verteidigungsfähigkeit sorgen? Es zeigt sich, dass ein Großteil der Deutschen nicht mehr bereit ist, im Notfall die Waffe in die Hand zu nehmen. Das kommt dabei heraus, wenn unbedarfte Politiker „Soldaten sind Mörder“ krakeelen und meinen, Offiziere sollten nicht in Schulen gehen dürfen, um die Bundeswehr und ihren Auftrag vorzustellen.
Die mangelnde Wehrbereitschaft gründet sich auf die Dekadenz der Friedensjahre und auf Berufspazifisten, die an den ewigen Frieden glauben. Sie verkennen, dass der Friede sicherer ist, wenn ein Land bereit ist, im Ernstfall zu kämpfen.
Wohlgemerkt, es geht dabei nicht um unvernünftige Auslandsmissionen oder gar eine aggressive Außenpolitik, es geht um die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Landesverteidigung. Und genau deswegen setzen wir uns für die Wehrpflicht sowie eine modern ausgerüstete Armee ein.
Und vonnöten ist auch etwas viel Grundsätzlicheres: Die Jugend braucht wieder einen positiven Bezug zum eigenen Land. Man muss das Eigene schätzen, um für die Gemeinschaft einstehen zu wollen. Wie in der Familie, so auch im Großen. Nur ein bestehendes Gemeinschaftsgefühl schafft den nötigen Zusammenhalt und damit einen Zukunftswillen als Nation. Und genau das ist das Ansinnen der AfD.
Der Veteranentag ist ein Anfang. Aber ungetrübt ist die Freude nicht. Warum dürfen Soldaten, die ihren Dienst vor der Wiedervereinigung in der Nationalen Volksarmee der DDR verrichteten, eigentlich keine Veteranen sein? So hatte es seinerzeit Verteidigungsministerin von der Leyen verfügt. Warum Deutsche erster und zweiter Klasse? Ein Armutszeugnis. Auch im Osten haben viele Soldaten in gutem Glauben ihren Dienst für die Heimat versehen.
Es bleibt viel zu tun. Zum heutigen ersten Veteranentag möchte ich Ihnen, liebe Soldaten, Männer und Frauen, und egal, in welcher Armee Sie dienten, meinen hohen Respekt ausdrücken. Sie haben die Wertschätzung verdient, und zwar auch den anderen 364 Tagen im Jahr.